Der Abzweig der Gera, der durch das Stadtzentrum fließt oder
die 420 Meter der Oberlache
Die Wilde Gera war bis 1898 eines der Hauptarme der Gera in Erfurt. An ihr verlief die alte Stadtmauer. Die jährlichen Überschwemmungen nach der Schneeschmelze zwangen Erfurt zu einer Lösung des Problems. Die Idee war, den bereits vorhandenen Festungsgraben auszubauen und an die Gera anzuschließen. Er könne dann das überschüssige Wasser um die Stadt herum leiten.
Ein gute Idee, die im Detail doch sehr komplex war und über möglich Lösungen wurde Jahrzehnte gestritten.
Die Brühler Vorstadt (Hirschbrühl) war einst durchzogen von Wasserarmen der Gera. Gärten und Mühlen prägten die Gegen. Städtische Bebauung war nur sehr vereinzelt möglich. Mit der Idee des Flutgrabens kamen 2 wichtige Themen aufs Tapet :
- Kann man den Wasserstand in der Altstadt konstant halten. Unabhängig vom Wasserstand der Gera.
- Kann man die Brühler Vorstadt Urbanisieren?
So wurde geplant, die Gera auf kurzem Weg mit dem Festungsgraben zu verbinden. Die Geraschleife durch Lutherstraße, Melanchthonstraße und Gustav-Adolf Straße sollte zugeschüttet werden. Die Hirschlache wird/wurde verrohrt bzw. zugeschüttet. Das bereits vorhanden Papierwehr konnte nun den Wasserstand im Flutgraben regulieren. Die Oberlache zweigte bereits damals vor dem Papierwehr ab und trennte siech später in Bergstrom und Walkstrom auf. Ein kleines eigenes Wehr zur Regulierung war vorhanden (oder wurde errichtet?).
Durch die Zuschüttung der Geraarme im Hirschbrühl musste eine neue Verbindung mit dem Zulauf geschaffen werden. So entstanden zwei nebeneinander liegende 400 Meter lange Gräben mit eine Allee dazwischen - die Espachpromenade. Heute gesäumt von schönen alten Linden.
Damit wurde auf elegante weise die Brühler Vorstadt (Hirschbrühl) trocken gelegt und einer möglichen Urbanisierung zugeführt. Heute ist diese Gegend von wunderschönen Villen im Jugendstiel geprägt.
Im Stadtzentrum wurde die Wilde Gera bis Klein Venedig ebenfalls zugeschüttet. Heute befindet sich an gleicher Stelle der Ring.