Das Bahnhofsviertel

Ein komplettes Gründerzeitviertel mit Wohn- und Geschäftshäusern sowie Fabriken.

Das Bahnhofsviertel

Ein komplettes Gründerzeitviertel mit Wohn- und Geschäftshäusern sowie Fabriken.

Die Straße Richtung Weimar führte über die Augustusgasse (später Auguststraße) und die Schmidtstedter Straße aus der Stadt heraus. Sie durchquert die innere Stadtmauer durch das Ausgusttor (Stadtseite) und das Spielbergtor (Flußseite) , überquert die Wilde Gera über die Augustusbrücke und verlässt die Stadt durch das Schmidtstedter Tor. Einer der klassischen Handelswege Erfurts.
Nach dem Wegfall des Festungsstatus der Stadt verloren diese Straßen ihre Bedeutung als Handelsweg. Der Neubau des Bahnhofs auf dem ehemaligen Festungswall und die wirtschaftliche Bedeutung des Bahnhofs gaben diese Gegend eine vollkommen neue Ausrichtung. Aus der Auguststraße wurde Bahnhofstraße. Der gesamte Bereich wurde zwischen 1880 und ca. 1930 vollkommen neu bebaut. Aus Häusern mit Garten wurden Wohn- und Geschäftsgebäude. Firmen und Hotels siedelten sich an. Das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum verschob sich von der Altstadt Richtung Bahnhof.
Teil 1: Bahnhofstraße vom Anger bis zur Wilden Gera
Ein Begriff: Die Freytag-Uhr
DDR: Im Erdgeschoss  die Zeitung "Das Volk". In der ersten Etage der Juwelier Richard Freytag.
Teil 2: Bahnhofstraße von der Wilden Gera bis zum Bahnhof
Diese Gegend wurde "Am Spielberg" genannt.
Dieser Teil der Auguststraße lag jenseits der Wilden Gera hinter der Stadtmauer. Eigentlich nur eine Nebenstraße des Weges nach Weimar. Bedeutungslos und ohne urbane Perspektive. Einzig Gartenbau brachte einige wirtschaftliche Einkünfte.
Der Bau es ersten Bahnhofes 1847 gab ihr eine neue Aufgabe und Bedeutung. Neue Wohn- und Geschäftshäuser entstanden. Die Eisenbahn erlangte mehr und mehr an Bedeutung. Dies färbte auch auf den Weg zu ihr ab. Und der Höhepunkt dieser Entwicklung: die Umbenennung in Bahnhofstraße 1870.
Der Bau des neuen Bahnhofes auf dem ehemaligen Festungswalls war wie ein Jungbrunnen. Die Straße hat sich das 2. mal innerhalb eines Jahrhunderts neu erfunden. Der mittlerweile entstandene öffentliche Nahverkehr und die Verbindung von Bahnhofstraße zur Schillerstraße und damit in die südlichen Vorstädte sowie das Zuschütten der Wilden Gera trugen mit dazu bei. Unterstützt von neuer moderner Architektur und der Gründerzeit wurde die Straße noch einmal neu bebaut.
Diese Gebäude erinnert ein bisschen an die Maya in Mittelamerika. 
Haus Zur weißen Lilie am Spielberge (№​​​​​​​ 421)​​​​​​​
Haus Zur grünen Tanne (№​​​​​​​ 216)
Teil 3: Schmidtstedter Straße
Mit dem Wegfall der Festungsmauer und dem Entstehen der Trommsdorffstraße ging die Straße nach Weimar nicht mehr hier lang. Die Nähe zum Bahnhof und das aufstrebende Viertel in der Gründerzeit machten die Straße attraktiv für Wohn- und Geschäftshäuser und für Fabrikansiedlungen. So unter anderem eine Fabrik für Eierteigwaren. Zudem benötigte die Eisenbahn Verwaltungsgebäude in der Nähe ihrer Anlagen.
Das Burenhaus (№​​​​​​​ 527)
Interessant ist der Text über der Eingangstür: "zum Wasserrad" und "zur Klippmühle".  An dieser Stelle stand die Klippmühle.
Der britischen Kolonialminister Chamberlain mit einem Goldsack auf dem Kopf und der Unterschrift "Hunger nach Gold"
Der britischen Kolonialminister Chamberlain mit einem Goldsack auf dem Kopf und der Unterschrift "Hunger nach Gold"
Christiaan de Wet
Christiaan de Wet
Louis Botha
Louis Botha
Paul Kruger
Paul Kruger
Marthinus Theunis Steyn
Marthinus Theunis Steyn
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Haus zum Lauen  (№​​​​​​517)  ??
Hier befand sich mal eine Teigwarenfabrik.
Haus zur hohen Stufe  (№​​​​​​501)  ??
Haus zum goldenen Schwan  (№​​​​​​500) 
und Haus zum silbernen Schwan  (№​​​​​​​ 499)
Der ehemalige Firmensitz der Spedition Julius König
Hommage an Franz Anton Haage​​​​​​​
  Wenige Meter entfernt befand sich das Schmidtstedter Tor – die Straße nach Weimar.  Das Haus direkt vor dem Tor auf der linken Seite war eine Samenhandlung. Gegründet von Franz Anton Haage (1763 - 1836) in Jahre 1787 (1778, ein Schreibfehler?). Ein Zweig der Familie Haage.  
Diese Wohn- und Firmengebäude, errichtet 1904, dürfte auf oder doch sehr nahe des ehemaligen Geschäftes von Franz Haage stehen. In Andenke an diese Firma, ist diese Gebäude mit Plastiken zum Thema Saat und dessen Gewinnung, verziert.    ​​​​​​​
Links die Samenhandlung von Franz Anton Haage
Links die Samenhandlung von Franz Anton Haage
Die Initialen F A H
Die Initialen F A H
Teil 4: Trommsdorffstraße
Mit dem Wegfall der Festungsmauer war Raum für neue Wohn- und Geschäftsgebäude frei. So entstand auch diese Straße und wurde schnell zum neuen Weg Richtung Weimar und die südöstlichen Vorstädte. Diese Bedeutung hielt jedoch nur ein Jahrhundert an. Mit dem Bau des äußeren Stadtringes und einem neuen Nahverkehrskonzept verfiel diese Straße mehr und mehr in dem Dornröschenschlaf. Ihre ehemalige Bedeutung spiegelt nur noch der Schmuck der Fassaden wieder.
DDR: Ein Briefmarkengeschäft
Bei der Modernisierung muss nicht zwangsläufig plastische Kunst auf der Strecke bleiben. Hier ein Beispiel, wie mit modernen Mitteln, schönes geschaffen wird.
Das Haus zum Strauß (№​​​​​​​ 1439 ?)
Über dieses sehr schöne und auffällige Wohn- und Geschäftshaus ließen sich keine Informationen finden.  
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Zum Schluss das ganze Gebäude  Bahnhofstraße 9.
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